Geschwistertrauer

Man nennt sie „Schattenkinder“, weil sie im Schatten ihres verstorbenen Geschwisters stehen. Wenn der Bruder oder die Schwester nach langer Krankheit stirbt, haben diese Kinder oft Jahre des Rücksichtnehmens, des Zurücksteckens und des Zukurzkommens hinter sich. Das kranke Geschwisterkind beansprucht natürlich alle Aufmerksamkeit und Fürsorge der restlichen Familie.
Sie sind die „doppelten Verlierer“, denn mit dem Tod des Geschwisters verlieren sie nicht „nur“ den Bruder oder die Schwester, sondern ganz oft auch für eine Weile Ihre Eltern. Die sind in ihrem eigenen Schmerz gefangen und können die Trauer ihrer lebenden Kinder nicht sehen, oder sind, selbst wenn sie es können, schlichtweg nicht fähig zu reagieren.
Auch das Umfeld, also Verwandte, Freunde, Kollegen, Nachbarn bringen trauernden Geschwistern meist geringere Aufmerksamkeit und Zuwendung entgegen als den Eltern. Sie werden einfach nicht wahrgenommen und übersehen. Es ist ja „nur“ ein Geschwister gestorben, das zählt weniger als der Schmerz der Mutter, die ihr Kind verloren hat. Aber Geschwister haben eine enge, jahrelange Beziehung zueinander, selbst wenn es keine liebevolle war.
Deshalb sind Trauergruppen für Geschwister eine sehr  wertvolle Einrichtung.
Denn Trauer braucht Ausdruck ! Hier erfahren sie, daß sie in ihrem Schmerz wahrgenommen und verstanden werden,  daß ihre Gefühle respektiert werden und sein dürfen. Auch die Wut über den Tod oder die Erleichterung, denn gerade kleinere Kinder fühlen sich erleichtert, wenn sie nach Jahren wieder die Zuwendung der Eltern erfahren, wenn sie jetzt „mal wieder dran“ sind. Gleichzeitig haben sie ein schlechtes Gewissen, denn wie können sie froh sein, über den Tod des Bruders oder der Schwester.
In den Gruppentreffen können sie sich mit „Leidensgenossen“ austauschen, das durchbricht die Isolation, in die sie auf Grund des Todesfalls oft kommen. Sie lernen den Verlust zu verarbeiten, ihn in ihr Leben zu integrieren und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Das Thema „Tod und Sterben“ wird sprachfähig gemacht.

Bei Lacrima  gibt es Gruppen für trauernde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (18-30 J.), bei denen ein naher Angehöriger gestorben ist, das kann außer einem Geschwister, auch ein Elternteil oder Freund sein.
www.lacrima-mittelfranken.de
Kontakt. Ursula Gubo 0172-7828272